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Der ägyptische Fotograf Youssef Nabil verwandelt Wirklichkeit in Träume und jongliert dabei virtuos mit Begriffen wie Liebe und Ewigkeit. Ohne scheu vor großen Worten und Impressionen fotografiert ein schöner junger Mann andere schöne junge Männer, Frauen, Celebrities und sich selbst. Durch eine zarte Kolorierung erscheinen sie mal wie süßlich betäubende und altertümliche Kitschpostkarten, mal durch eine Fragmentierung der Körper, die an Tendenzen in der zeitgenössischen Modefotografie erinnert, als sehr gegenwärtig. Assistiert hat Nabil Branchengrößen wie David Lachapelle und Mario Testino, die ihm Mut und Motivation für eine eigene Karriere gaben. Sie eröffneten ihm auch die Möglichkeit, die handwerkliche und stilistische Sicherheit eines Routiniers weiter zu entwickeln, ohne sich seinen persönlichen Weg vom grellen Hype der Starfotografen verbauen lassen. Nabils Aufnahmen bedienen gelegentlich durchaus orientalische Klischees von einer trägen Laszivität gebräunter Körper, eingehüllt in Hitze und Opiumrausch. Aber man nimmt ihm die destillierte Sinnlichkeit ab, denn sie wirkt ehrlich, persönlich, glaubhaft – trotz weichgespülter Oberflächen. „Irgendetwas muss mich bewegen“, sagt er über seine Modelle, „einen Teil von ihnen mit mir nehmen zu wollen.“ Nicht auf das Plakative, das sich lautstark durchsetzt, baut Youssef Nabil dabei, sondern auf Intimität. Seine Bilder sind eher still, und die meisten seiner Modelle scheinen für diese Stille dankbar.