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Angewandte Gelassenheit Ihre Motive finden David Hiepler (*1969) und Fritz Brunier (*1972) wenn sie abschweifen, zielgerichtete Fahrten unterbrechen und sich irgendwo abseits eingefahrener Wege die Zeit nehmen eigenwillige Ansichten der Dinge aufzuspüren und auf das richtige Licht zu warten. Die Aufnahmen der beiden vielfach preisgekrönten Fotografen, die gemeinsam ihre Ausbildung am Berliner Lette-Verein absolvierten und nun seit einem Jahrzehnt zusammen arbeiten, sind durchaus der nüchternen Handschrift verpflichtet, wie man sie mit der an die moderne Klassik angelehnten „Sachfotografie“ in Verbindung bringt. Und doch transportieren diese Bilder immer auch den staunenden und erstaunten Blick, der sich auf den Betrachter überträgt. Ob vor der Pracht einer Wüstenlandschaft oder der Anmut einer Skyline, vor den Rastern der Hochhäuser und Hütten oder vor dem eigenwilligen Verlauf einer Straße, das Duo Hiepler/Brunier hat sich eine lakonische Wachsamkeit bewahrt, die schon mal in einem Schmunzeln über die feinen Absurditäten unserer Welt ihren Ausdruck finden kann. Ihre Bilder, auch der majestätischsten Panoramen, haben etwas heiteres, etwas in ihrer pastelligen Farbigkeit leichtes, und laden den Betrachter immer wieder dazu ein, sich zu verlieren. „Mal orientierungslos zu sein, ist schön“, konstatiert David Hiepler im für ihn typischen, sachlichen Ton, und Fritz Brunier setzt nach und berichtet über die inspirierende Zusammenarbeit zwischen den beiden Fotografen, die sich dialogisch fortentwickelte und zu jener unaufdringlichen Abgeklärtheit führte, die ihre Arbeiten heute auszeichnet. „Symmetrie langweilt uns“, sagt er, „wir wollen einfache Bilder vermeiden und rücken daher zum Beispiel die Dinge gerne etwas aus dem Mittelpunkt.“. Die Gelassenheit, die die Fotografen ausstrahlen, findet sich auch in ihren Fotografien. Sie scheinen durch und durch entspannt. Vielleicht ist es genau das, was, übergreifend von der Kunst zum Kommerz, den Erfolg von Hiepler und Brunier auf beiden Gebieten ausmacht. Dr. Boris von Brauchitsch Große Fische, kleine Fische Eindeutig ist der Blickfang dieses Bildes, aber auch die kleinen gelben Fische sind zu beachten. Wer wie diese den Mut aufbringt, mit dem größten bekannten Fisch schwimmen zu gehen, ist im Aquarium von Georgia in den USA ein gern gesehener Gast. Dort kann man tatsächlich mit den harmlosen Giganten der tropischen Meere tauchen. Ob Hipler und Brunier so weit gegangen sind, ist nicht bekannt. Ihre Aussenansicht des "Big Tank" macht dennoch Eindruck, ein Walhai wird übrigens knapp vierzehn Meter lang und bis zu 100 Jahre alt.