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Wie vielschichtig kann eine zweidimensionale Fotografie sein? Diese Frage scheint sich Yana Milev (Jahrgang 1964), die an der HfBK in Dresden studierte und heute international als Dozentin tätig ist, gestellt zu haben. In ihren Aufnahmen betreibt sie eine Raumforschung, die einen Brückenschlag puristischer Ästhetik zwischen Asien und Europa zu konstruieren vermag. Ein Bild wie „Teegeheimnis“ kündet in der Ausgewogenheit seiner farblich gewichteten Flächen von der Harmonie eines Alltagsrituals und erinnert zugleich an konkrete Experimente im Stil Mondrians, die die Kunst vom Ballast des Gegenständlichen befreien wollten.Raster, Zäune, Schattenschichten verdichten sich bei Yana Milev zu einer enigmatischen Harmonie, die alles andere als oberflächliches Dekor ist. Ihre Bilder sind Versprechen. Versprechen, auf deren Erfüllung man gerne wartet. Vielleicht wird sich das Dahinter irgendwann offenbaren, wie die freie Natur hinter den diffusen Membranen toskanischer Gewächshäuser. Der Niederschlag an der Innenseite verunklärt zusätzlich den Blick nach draußen. Die Folien werden damit zu perfekten Projektionsflächen für Licht und Materialspuren, für Stimmungen und Gefühle. Das ist neue Romantik im besten Sinne. Dr. Boris von Brauchitsch