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Der Berliner Alexander Wolf (*1965) hat in den 90er Jahren als Galerist und Kunstvermittler gearbeitet, sich international informiert und damit in seinem Gedächtnis sehr, sehr viele Bilder und künstlerische Positionen gespeichert. Umso wichtiger ist es für ihn als Künstler, sich von allem Wissen zu befreien, den Ausgangspunkt für eigene Visionen zu finden. „Ich versuche mich in einen tranceartigen Zustand zu versetzen, indem ich mich mit offenen Augen hinsetze und ins Leere starre, ohne mich auf etwas speziell zu konzentrieren. Mein Geist klar und leer. Keine spezifischen Gedanken, keine Fokussierung, keine Anstrengung. Ich erlaube meinem Blick, unscharf zu werden. Meine Umgebung verliert sich in einer Art Dunst. Es entsteht ein Universum, wo Fakt und Fiktion sich vermischen.“ Leer werden und in der Unschärfe umso klarer sehen: Aus diesem bewussten Zustand entstehen Wolfs malerische Bilder. Er fotografiert mit einer Digitalkamera, welche ihn seit 1998 begleitet. Allerdings geht Wolf im eigentlichen Sinne „klassisch“ vor. Er bearbeitet seine Bilder nicht post festum auf dem Computer, sondern sie entstehen im Moment, indem er bewusst den Focus der Kamera „falsch“ einstellt. Seien es Bilder von tatsächlichen Geschehnissen, seien es Szenen von Fernsehfilmen oder Gemälden: Wolf führt uns in jenen Zustand zwischen Erkennen und Erahnen, den wir mit Worten wie „Tagträume“ anzudeuten suchen. In Wolfs Reduktionen auf das Wesentliche, im Spiel der Farbflächen, in der Konstellation der Figuren und in den erahnten Geschichten, die nur unsere eigenen sein können – in dieser Welt des Bildraumes begrüsst uns Wolf als „Master of Ceremonies“. Und überlässt uns bewusst unseren eigenen Emotionen.